Freitag, 4. Dezember 2020

Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir zum Weihnachtsfest mehr Verständnis und Achtsamkeit füreinander.


Kennt ihr diese Träume, in denen man den Mund weit aufreißt und ruft und ruft, aber es kommt kein Ton heraus? So ähnlich wie wenn man läuft und läuft, aber nicht von der Stelle kommt. So fühle ich mich aktuell auch im echten Leben. Alle sprechen vom Fest der Liebe, welches uns bevor steht, aber was ist mit der Nächstenliebe? 

Gestern hörte ich von einer Oma die 95 wird, im Altenheim aber nicht besucht werden kann. Mit Sondergenehmigung darf ihr Sohn zu ihr für eine Stunde, die restliche Familie möchte sich mit Wunderkerzen vor das Heim stellen und sie darf kurz raus und sich freuen, dann ein Anruf, die Oma liegt mit Fieber im Bett. 

Weihnachtszeit in der Schule fand ich immer mega, in der 10. Klasse war ich schwanger und dadurch etwas separiert von meiner Klasse. Mit der Hilfe von Freunden, Lehrern und Familie und viel Eigenmotivation habe ich den Abschluss geschafft, für mich und mein Töchterchen. Dieses Töchterchen sitz nun separiert daheim, lernt vor sich hin und bereitet sich darauf vor in der Pandemie ihre Abschlussprüfungen zu schreiben.

In den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind die Zustände verheerend. Zu wenig Personal, zu viele Doppelschichten, das sind auch nur Menschen und keine Maschinen, sie haben auch eine Belastungsgrenze, ihre Akkus sind irgendwann leer und die Patienten wissen nicht wie ihnen geschieht. 

Und während wir einfach nur mit uns allein sein müssten, froh sein sollten ein warmes Dach über dem Kopf und genug Essen zu haben, können viele nicht mit sich allein sein. Digitale Medien hin und her. 

Auf der einen Seite soll alles so schnell wie möglich wieder wie früher werden, aber bitte ohne Einschränkungen, dass dies aber nicht so möglich ist wollen oder können viele nicht realisieren. 

Und während man sich aufregt, dass man jetzt dies und das nicht kann und nicht einsieht, dass es auf JEDEN ankommt, gibt es in diesem Jahr viel, viel mehr Existenzängste, viel, viel mehr Familien, die sich ein Weihnachtswunder wünschen, viel zu viele Menschen die weiterhin im Meer sterben, viel zu viele Menschen die durch die eisigen Straßen ziehen und nicht wissen wo sie schlafen oder essen sollen.

Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir zum Weihnachtsfest mehr Verständnis und Achtsamkeit füreinander.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.

Blog-Archiv

-->