Donnerstag, 11. Januar 2018

#iamSTRONGERTHANbullying - Ein Hashtag gegen Mobbing


Riccardo Simonetti ist Blogger und manche würde behaupten auch ein Paradiesvogel, ich würde sagen er ist wie er ist. Mit seiner offenen und freien Art beeindruckt und inspiriert er viele Menschen, auch mich. Leider musste er früh Erfahrungen mit Mobbing machen, richtig harte Erfahrungen und dieses Thema spricht er ganz besonders an. Er rief den Hashtag #iamSTRONGERTHANbullying ins Leben und macht so auf dieses Thema aufmerksam. Auch ich möchte unter diesem Hashtag etwas schreiben.


Wenn ich so zurück denke, an meine Kindheit und an meine Schulzeit, dann kann ich von mir behaupten nie extremen Mobbing ausgesetzt gewesen zu sein. Man hat mir mal Pickelgesicht und Kartoffelnase zugeworfen, das traf mich tief, aber ich konnte damit umgehen. Im Nachhinein war das Mobbing und ich war oft Zeugin von einigen Attacken. 
In der Grundschule musste ich mit ansehen wie eine Freundin von mir verprügelt wurde, ich holte die Erzieherin und mir wurden aus Rache auch Prügel angedroht.
Später wurden Freunde von mir beschimpft, irgendeiner musste immer leiden und wenn man ihm den Kaputzen-Pullover über dem Kopf verknotet hat. Ein andere Mädchen wurde flachbrüstig betitelt und eine andere als Fett bezeichnet. 

Wo fängt Mobbing an, meiner Meinung nach sobald man einen anderen verbal angreift. Man weiß nie wie der Andere die gesprochen Worte aufnimmt, kann sein mir kommt es nicht so schlimm vor wie der Person gegenüber. In der Ausbildung warf ich einer aus der Klasse mal „du Bitch“ an den Kopf, weil ich es cool fand. Sie sprach eine Ewigkeit nicht mit mir. Ich empfand es nicht als so schlimm, aber sie war verletzt.

Man sagt so einfach „da stehst du drüber“, aber für manche ist das nicht so leicht. Bzw. warum nehmen sich manche es heraus andere so anzugreifen? In der Pupertät schlägt man gern über das Ziel heraus, aber man sollte schon sein Hirn einschalten und lernen sich in die andere Person hineinzuversetzen. 

Als meine Tochter in die 5. Klasse kam wechselte sie auf eine neue Schule. Sie hatte nie Probleme sich in eine Gruppe zu intergrieren, sie ist offen, freundlich, war beliebt und wurde auch ein Mobbing Opfer. Von heute auf morgen wurde sie beschmipft, ihr wurden die Sachen weggenommen, der Ranzen durch die Gegend geschmissen und sie kam oft weinend nach Hause. Es brach mir das Herz und ich suchte das Gespräch in der Schule, da kam ich nicht weiter, merkte stattdessen, dass die Lehrer überfordert sind. Ich kannte so etwas gar nicht aus der Grundschule. 
Mein nächster Schritt bewegte sich auf die Mutter des Mädchens zu, welches das meiner Tochter antat. Ich besuchte sie und kam mir schnell wie eine Familien-Psychologin vor. Ich durfte mir erstmal ihre ganzen Probleme anhören und merkte, sie hat gar keinen Kopf für ihre Kinder. Aber ich konnte diese Familie nicht aufräumen und da ich von der Schule auch keine Hilfe erwarten bräuchte, beschloss ich mein Kind auf eine andere Schule zu schicken, bevor sie täglich leiden muss. 
Und ich versichere seitdem gab es keine Probleme mehr. 

Mobbing geht uns alle an. Die, die darunter leiden, die Verursacher und die Wegschauer. Versetzen wir uns einfach mal in die Lage des Anderen und was wäre die Welt ohne unsere Paradiesvögel, ohne die schillernden Gestalten? Wer schreibt wem vor wie er leben soll? Und wer würde wollen, dass es seinem Kind so ergeht? Wir müssen auf uns achten, gegenseitig. 

Ich hatte nie Probleme mit Menschen die sich irgendwie von der Masse abheben, ich wollte am liebsten selbst so sein. Ich wollte immer wie Melissa Joan Hart in „Clarissa“ sein oder wie Pink und Avril Lavigne. 

Ich bin kein Psychologe, aber Mobbing resultiert sicher auch oft aus Neid und Eifersucht. Viele wollen auch besonders sein, trauen es sich aber nicht, sind nicht mutig genug und dann muss der Andere darunter leiden. 

Stärken wir unsere Kinder und sensibilisieren wir sie, sich nicht gegenseitig zu zerstören, andere zu akzeptieren und Selbstbewusst zu sein. Sie sollen mutig sein zu den Dingen zu stehen, die sie begeistern und glücklich machen, niemand soll sich verstellen müssen nur um die „Norm“ zu passen. 



Das Leben ist kein DIN A4 Brief der in einen Umschlag mit Fenster passt.

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