Über Kurse in der Elternzeit, die dazugehörigen Gutscheine und die Digitalisierung


Kurse in der Elternzeit sind sehr beliebt und gut besucht, die Wartelisten sind voll. Die Kinder knüpfen erste Kontakte zu anderen Kindern, die Eltern können sich austauschen und man erlebt eine intensive Aktivität zwischen Kind und Eltern, an die man sich ewig erinnern wird. Ich habe bei Kind Nr. zwei einen Babyschwimmkurs besucht und einen „Kanga Kurs“. Bei Kind Nr. 3 habe ich ebenfalls jetzt einen Babyschwimmkurs besucht und heute war die erste Kursstunde „Fit dank Baby“.

Warum ich bereits vor dem Kurs schon völlig verschwitzt war, möchte ich in diesem Beitrag festhalten.

Ich denke, alle Eltern wissen, was ich meine, wenn ich sage, dass ich mir manchmal nicht sicher bin was anstrengender und schweißtreibender ist. Die Vor- und Nachbereitung von so einem Kurs oder der Kurs selbst. Mit Baby und Kleinkind ist man sowieso irgendwie ständig unter Strom. Bei den Babyschwimmkursen, die wirklich schön waren, war es davor und danach echt stressig. Sich und das Baby umziehen, wickeln, antrocknen und und und, am Ende hatte ich dann eine ganz gute Routine und dann war der Kurs auch schon vorbei. Dazu kommt dann noch die ganze Vorbereitung, dass man auch alles Wichtige dabei hat.

Gutschein-Stress

Den aktuellen Sportkurs hatte ich mir ausgesucht, weil dieser von der Krankenkasse bezahlt wird. Ich habe schon oft davon gehört, dass meine Krankenkasse für solche Kurse Gutscheine für die Kostenübernahme der Kurse zur Verfügung stellt. Als ich beim Babyschwimmkurs mich danach erkundigt hatte, wurde mir nur gesagt, dass Schwimmkurse von diesen Gutscheinen nicht abgedeckt werden und dann bin ich da abgestorben. 

Nun kam in Vorbereitung auf den heutigen Kurs vom Veranstalter letzte Woche eine Mail mit allen Informationen, ich hab sie gelesen, aber leider nicht so richtig verinnerlicht. Ich dachte mir, ich bezahle den Kurs und reiche dann die Rechnung bei der Krankenkasse ein. 
Falsch gedacht, wie ich dann heute Morgen herausfand, benötige ich tatsächlich so einen richtigen physischen Gutschein, damit mir der Kurs erstattet wird, ansonsten gibt es „nur“ 80 % zurück. Die nette Dame aus dem Krankenkassen-Callcenter hat mir dann den Gutschein für die Post fertig gemacht. Er ist also auf dem Weg zu mir und ich werde ihn beim nächsten Kurstag abgeben können. 

Nachdem ich diesen Gutschein-Struggle geklärt hatte, ungefähr 20 Minuten vor Kursbeginn, suchte ich meine Siebensachen zusammen und auf einmal ist mir eingefallen, dass in der Mail stand man solle am ersten Tag eine viertel Stunde eher vor Kursbeginn da sein wegen der ganzen Formalitäten. Nun fing ich richtig an zu schwitzen, denn ich musste vorher auch noch bei der Bank halten. Wer nämlich mit dem Gutschein bezahlt, muss (aufgrund negativer Erfahrungen von seitens des Kursveranstalters) eine Kaution bezahlen. 

Hallo, ich heiße Katharina und komme nicht immer zu spät

Am Ende war ich 10 Minuten später als Kursbeginn da, habe mich entschuldigt und los ging es. Nach dem Kurs konnte ich dann das Finanzielle regeln und es ist kein Problem den Gutschein nachzureichen, allerdings kostet der Kurs 5 Euro mehr als die Krankenkasse übernimmt. Die 5 Euro werden aber erlassen, wenn man am ersten Kurstag Gutschein und Kaution beisammen hat. Da mir der Gutschein fehlte, musste ich die 5 Euro bezahlen. Zusätzlich kommt jetzt noch eine Mail in der steht, dass ich mir für die Kurse eine App herunterladen muss, mit der ich mich dann vor dem Kurs immer einloggen muss. Die Kaution (so hoch wie der Kurs kostet) bekomme ich dann am Ende des Kurses wieder und der Gutschein greift auch erst nach 7 mitgemachten Einheiten. 

Also da wundert man sich noch, warum man im Kopf einen Knoten bekommt. 
Die Krankenkasse schickt alles per Post, aber zum Registrieren brauche ich eine App. Wer denkt sich solche Systeme aus. Die Krankenkasse hat ja auch eine App, warum kann ich nicht die Rechnung vom Kurs, wenn ich doch trotz Gutschein die Kursgebühr als Kaution vorstrecken muss, dann einfach einreichen und es greift online ein Gutschein? Oder man hinterlegt QR-Codes? 
Also das hat mich schon echt etwas gestresst. Aber egal, ich habe es ja irgendwie geschafft und alles, was ich wollte, ist etwas Sport mit meinem Baby zusammen. 

Organisation ist alles, ja ja.

Und weil ich in der Theorie weiß, wie es nicht so stressig ist, in der Praxis es dann aber trotzdem nicht klappt, hier ein paar nützliche Tipps für einen entspannten Kursbesuch mit Baby:

1. Zieht eure Sport- oder Schwimmkleidung schon daheim an, dann müsst ihr euch vor Ort nicht vor dem Kurs umziehen. 

2. Wenn euer Baby noch nicht sitzen kann, nehmt es in der Babyschale mit in den Schwimm- oder Sportbereich, so könnt ihr es sicher abstellen und habt die Hände frei.

3. Packt eure Sachen schon am Tag/Abend vorher ((Schwimm-)Windeln, Wechselsachen, kleine Decke oder Handtuch, Badelatschen oder Sportschuhe, Spielzeug, Snacks oder Getränke für euch und Baby).

4. Checkt die Parkmöglichkeiten bei der Location und die Fahrtzeit, eine ganz große Schwäche von mir.

Und wenn man sich noch so oft versucht alles vorzubereiten, kommt am Ende doch noch etwas dazwischen. So wie in meinem Fall heute Morgen, mit der falschen Glauben zu wissen, wie das mit dem Gutschein abläuft und ich hab meine Turnschuhe noch gewaschen. 
Ich schnipse im Alltag einfach oft zu viel von To-do zu To-do, sodass vieles kurz vor knapp erledigt wird. Am Ende ist es wichtig, dass der Kurs heute Spaß gemacht hat und ich doch am Ende alles geschafft habe. 

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